Unsere Füsse sind dafür geschaffen, unser ganzes Körpergewicht zu tragen und hohe Belastungen auszuhalten. Sie bestehen aus Knochen, Bändern und Sehnen. Diese sorgen dafür, dass sich unsere Füsse an verschiedene Untergründe anpassen und dämpfen Sprünge ab.
Sie tragen uns an die gewünschte Destination und machen tagtäglich bis zu 10'000 Schritte. Sie schenken uns Autonomie, wenn man so will einen freien Willen, jenen Ort zu besuchen, den man möchte. Gerade für verschiedene Bedürfnisse und unterschiedliche Aktivitäten brauchst du einen passenden Schuh. Um einen ersten Überblick zu erhalten, haben wir dir einmal veranschaulicht welche Kategorien von Schuhen es überhaupt gibt. Danach kommen Komponenten wie die richtigen Socken oder was ich beim Schuhkauf beachten muss dazu. So viele Fragen können zu Beginn Überforderung hervorrufen, darum möchten wir dich Schritt für Schritt in dieses Thema einführen.
BEGINNEN WIR MIT DEN BASICS – WELCHE KATEGORIEN VON SCHUHEN GIBT ES UND FÜR WELCHE TÄTIGKEIT WERDEN SIE EINGESETZT?
Kategorie A) Leichte Wanderschuhe
Sie sind bequem, flexibel und tief geschnitten und eignen sich für Spaziergänge, leichte Wanderungen und präparierte Wanderwege. Für rutschigen Untergrund oder abseits von Pfaden ist dies nicht der richtige Schuh. Im Grunde ist er eher ein Freizeit- als Wanderschuh.

*Ausnahme: Zustiegsschuhe. Sie sind zwar ebenfalls tief geschnitten, verfügen jedoch über eine deutlich steifere und präzisere Sohle. Sie sitzen eng und bieten im Zehenbereich zusätzlichen Schutz. Dadurch eignen sie sich auch für anspruchsvollere Zustiege und einfache Kletterpassagen. Auf einer Via Ferrata sorgen sie für einen sicheren Tritt und eine präzise Kraftübertragung.
Kategorie A, B) Mittelhohe Wanderschuhe
Ein Einstiegsschuh für Tagestouren und leichte Wanderungen im Mittelgebirge. Sie besitzen einen hohen Schaft, der dem Knöchel mehr Stabilität bietet, und ein festeres Profil.

Kategorie B) Klassische Trekkingschuhe
Feste Trekkingschuhe für steilere Pfade und Mehrtageswanderungen, beispielsweise für leichte Bergtouren im Hochgebirge. Sie bieten durch ihren steifen Schaft und den Gummirand oberhalb der Sohle einen hohen Schutz des Knöchelgelenks. Dies ist enorm wichtig bei unebenem Untergrund, wie Geröll oder Fels.

Kategorie B, C) Schwere Trekkingstiefel
Für anspruchsvolles Trekking im Hochgebirge und Touren mit schwerem Rucksack. Sie eignen sich gut für leichte Klettersteige und schmale, steinige Pfade. Die steifere Sohle bietet mehr Stabilität und Trittsicherheit. Je nach Modell sind sie für den Einsatz mit Riemen- bzw. Korbsteigeisen geeignet.

AKU Superalp NBK LTR (39.5)
Kategorie C) Bergstiefel
Für Gletschertouren und anspruchsvolle Klettersteige im alpinen Gelände. Sie sind für den Einsatz mit Steigeisen ausgelegt und bieten je nach Modell eine entsprechende Aufnahme für halbautomatische oder automatische Steigeisen.

Scarpa GTX Bergschuhe (40.5)
Kategorie D) Hochgebirgsschuhe
Sie sind voll steigeisenfeste Expeditions- und Eisschuhe für extreme alpine Bedingungen. Diese Bergschuhe sind besonders steif und vollständig steigeisenkompatibel.

Arc'teryx Acrux AR GTX Bergschuhe (42)
Unser Tipp – Lieber eine Kategorie zu hoch als zu niedrig kaufen. Mit einem Schuh der höheren Kategorie kommt man problemlos auch auf weniger anspruchsvollem Gelände klar. Zur Passform und zu den wichtigsten Faktoren beim Schuhkauf, habe ich dir einen kleinen Reminder verfasst:
- Schuhe zwingend am Nachmittag kaufen, denn deine Füsse schwellen im Verlauf des Tages an und werden grösser sowie breiter.
- Spezifische Socken für Wanderungen zur Anprobe mitnehmen.
- Einlagen nur passend zum Schuh kaufen. Eine Einlage wirkt sich auf das Grössenverhältnis im Schuh aus.
- Einlagen auf deine Füsse abstimmen lassen und dich bei medizinischen Beschwerden professionell beraten lassen.
- Wanderschuhe müssen grösser gekauft werden als Alltagsschuhe, wenn deine Füsse nach einer langen Tour wieder den Berg runter müssen, brauchst du mind. 1-1,5 cm Platz, sprich im Minimum eine Daumenbreite.
- Die Schuhe müssen so festsitzen, dass man nicht ständig darin hin- und her rutscht, dürfen aber niemals schon beim Probieren Druckstellen aufweisen.
- Wenn du neue Schuhe hast, achte dich darauf, diese angemessen einzutragen. Je nach Material brauchen Wanderschuhe bis zu 50 km bis sie ''richtig eingelaufen'' sind. Starte lieber mit einer etwas kürzeren Tour und gönne deinen Füssen Zeit, sich an den Schuh zu gewöhnen.
- Lederschuhe kann man zusätzlich mit einer Lederpflege unterstützen, somit wird der Schuh ebenfalls weicher.
Du bist eine coole Socke, wenn du das weisst! :)
DIE RICHTIGEN SOCKEN FÜR JEDE WANDERUNG
Für Wanderungen, Trekking- oder Extremtouren gibt es verschiedene ARTEN VON SOCKEN. Eine Faustregel solltest du jedoch beachten: Die richtigen Socken sind genauso wichtig wie der passende Schuh. Sie polstern besonders beanspruchte Stellen, regulieren die Temperatur und helfen dabei, deine Füsse trocken zu halten. Dadurch können sie den Tragekomfort erhöhen und dazu beitragen, Blasen sowie müde oder angeschwollene Beine nach einem langen Tag zu vermeiden.
Zusätzlich unterscheiden sich Socken in der Materialzusammensetzung und variieren je nach Jahreszeit. Möglicherweise musst du ein Paar Socken in Action testen und zwischendurch abwechseln, um die beste Lösung für dich zu finden.
Übersicht Materialien und ihre Vorteile:
- Polyamid (Nylon): Extrem reissfest und abriebfest. Wird an Zehen und Fersen eingesetzt, damit keine Löcher durch Reibung entstehen.
- Polyester (oder Polypropylen): Polyester ist leicht und trocknet schnell. Im Gegensatz zu Baumwolle kann es Feuchtigkeit besser ableiten.
- Elasthan (auch Lycra): Sorgt für Dehnbarkeit und Elastizität.
- Merinowolle: Ein Wundermittel unter den Naturfasern. Hierbei darauf achten, dass die Wolle nach RWS (Responsible Wool Standard) gewonnen wurde. Wolle besitzt die Fähigkeit, selbst in nassem Zustand die Temperatur zu regulieren. Sie wärmt bei Kälte und kühlt in der Sommerhitze. Gerade bei schwitzenden Füssen sorgt Wolle für ein angenehmes Geruchsklima. Wolle kann nämlich Gerüche hemmen.
- Schurwolle: Sehr robust und isoliert stark, ist jedoch für manch einer zu harsch und kann zu Juckreiz führen, wenn sie direkt auf der Haut getragen wird. Gerade für den Winter und falls du dazu neigst, schnell kalte Füsse zu bekommen, ist Schurwolle wärmstens zu empfehlen.
- Silberfaden: Silber reduziert geruchsauslösende Bakterien und unterstützt die Hygiene im Schuh, und unterstützt damit die Hygiene im Schuh, beispielsweise indem das Wachstum bestimmter Bakterien reduziert wird. Socken mit integriertem Silberfaden können ebenfalls dazu beitragen Blasen zu reduzieren. Dies, indem Silber die Verdunstung von Flüssigkeit beziehungsweise Schweiss begünstigt.
!!!! Socken laut Pflegeetikett bei 30–40 °C waschen und dabei KEINEN WEICHSPÜLER verwenden. Weichspüler verklebt Funktionsfasern, schränkt die Atmungsaktivität ein und hindert den Feuchtigkeitstransport. Zusätzlich sorgt Lufttrocknen für eine lange Lebensdauer der Socken und ist milder zu den Materialien.
Falls du diesen Blog bis zum Ende aufmerksam durchgelesen hast, solltest du nun für den nächsten Schuhkauf gewappnet sein. Keine Sorge, wenn noch nicht alles hängen geblieben ist. Wir sind jederzeit im 2nd Peak für dich da und beraten dich ausführlich zum Thema Schuhe & Socken.
Written by: Leandra D'Addetta



